Die Düngung

Für ein gesundes Wachstum brauchen Pflanzen brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe und Spurenelemente


Obwohl die benötigten Nährstoffmengen eher klein sind, sieht man recht schnell, wenn sie fehlen. Die Blätter verfärben sich und die Pflanzen machen kaum noch Zuwachs. Um diese Erscheinungen, welche die Pflanzen sehr schwächen zu vermeiden, ist eine regelmäßige Düngung zu empfehlen. Die Hauptnährstoffe sind Stickstoff (fördert Wachstum, Laubentwicklung und -farbe), Phosphor (fördert Blüten-, Frucht- und Samenbildung), Kalium (regelt Wasserhaushalt und stärkt Pflanzengewebe), Magnesium (fördert Blattgrün und Eiweißbildung) sowie verschiedene Spurenelemente, die in geringen Mengen für das Wachstum benötigt werden, z.B. Chlor, Bor, Eisen, Mangan, Zink, Molybdän.

Welche Dünger werden unterschieden ?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen organischem und mineralischem Dünger.

Pflanzen können nur in Wasser gelöste Substanzen aufnehmen. Organische Dünger wie z.B. Kompost und Hornspäne müssen zunächst von Bodenlebewesen, den sogenannten Mikroorganismen, verwertet und abgebaut werden. Die Nährstoffe werden dabei langsam über einen längeren Zeitraum freigesetzt, und von den Pflanzen aufgenommen. Eine Überdüngung ist fast ausgeschlossen.

Bei Mineraldüngern ist dieser Umsetzungsprozess nicht erforderlich. Sie wirken direkt nach der Ausbringung und die Pflanzen können den Dünger sofort aufnehmen. Bei unsachgemäßer Anwendung können hier allerdings Verbrennungen an der Pflanze entstehen. Mineralische Dünger werden in Fabriken hergestellt oder in Bergwerken gewonnen.

Beide Düngerformen sind in verschiedenen Nährstoffkombinationen erhältlich, teilweise auch als Einzelnährstoff. Auch Produkte für die allgemeine Bodenverbesserung stehen zur Auswahl.

Welcher Dünger ist geeignet ?

Für die Nährstoffversorung von Pflanzen sind sowohl organische als auch mineralische Dünger geeignet, oder eine Mischung daraus. Für alle Verwendungszwecke gibt es Dünger in diesen Kategorien. Hier bleibt es dem Verbraucher überlassen, für welche Art er sich entscheidet.

Welche Dünger stehen zur Auswahl ?

Hornspäne/Hornmehl: Sie sind organische Dünger und enthalten bis zu 14% Stickstoff und sehr geringe Mengen an anderen Nährstoffen. Es dauert 2-3 Monate bis die Wirkung aufgrund des Zersetzungsprozesses bei den Hornspänen einsetzt, bei Hornmehl sind die Nährstoffe etwas schneller verfügbar. Eine Auswaschung findet hier kaum statt, da der Nährstoff organisch gebunden ist. Eine Überdüngung ist also mit diesen Produkten nahezu ausgeschlossen. Bodenuntersuchungen zeigen, dass die meisten Böden mit Phosphat und Kalium eher überversorgt sind. Daher sind die Hornprodukte für eine gewisse Zeit für die meisten Kulturen im Garten ausreichend.

Organische Volldünger: Sie bestehen aus natürlichen Rohstoffen wie z.B. Hornmehl, Feder- und Knochenmehl, Fermentationsrückstände wie auch Rübenschnitzel aus der Zuckerverarbeitung. Einige Produkte enthalten zudem noch Mikroorganismen, die den Boden beleben. Organische Voll- dünger haben eine langfristige Wirkung (s. oben “Organische Dünger”), der Boden wird durch den Ballaststoffgehalt mit Humus angereichert. Sie sind für die Grundversorgung der Pflanzen mit verschiedenen Nährstoffen geeignet.

Mineralische Volldünger: Ein klassischer Volldünger mit verschiedenen Spurenelementen ist Blaukorn, ihn gibt es in unterschiedlichen Rezepturen. Er liefert den Pflanzen sehr schnell Nährstoffe. Allerdings mit dem Nachteil, dass ein großer Teil des schnell löslichen Nitrats nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, im Erdreich versickert und das Grundwasser belastet. Aufgrund dieser Problematik wurde das Blaukorn Novatec entwickelt. Hier wird wesentlich weniger Nitrat ausgewaschen, es erfolgt eine langsamere Umwandlung in Nitrat und der Phosphat-Anteil ist geringer. Dies verbessert die Umweltverträglichkeit und die Wirkungsdauer. Ein weiterer Volldünger ist Hakaphos- Gartenprofi. Er ist wasserlöslich und wird auch über das Blatt aufgenommen. Er liefert auch alle Hauptnährstoffe plus wichtige Spurenelemente.

Langzeitdünger: Organische Dünger sind von Natur aus Langzeitdünger, da sie dem Boden die Nährstoffe erst dann zur Verfügung stellen, wenn Mikroorganismen die organischen Stoffe zerlegt und zersetzt haben. Dazu benötigen sie eine gewisse Zeit, sodass eine nachhaltige Versorgung des Bodens mit Nährstoffen sichergestellt ist. Auch im mineralischen Bereich gibt es Dünger mit Langzeitwirkung. Sie bestehen aus feinen, homogenen Granulierungen oder ummantelten kleinen Kügelchen, deren Kunstharzhülle von innen nach außen durchlässig ist. Sie sorgen für eine langsame Abgabe der Nährstoffe, je nach Produkt über 3 – 6 Monate lang. Langzeitdünger werden i.d.R. auch in Form eines Spezialdüngers (siehe oben) angeboten. Abb. sind Produktbeispiele

Spezialdünger: Wie z. B. Rosen-, Rhododendron-, Beerendünger, usw. sind auf den Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanzen abgestimmt, und können unbedenklich unter Beachtung der Dosierungsempfehlung für diese verwendet werden. Der Dünger von z.B. Oscorna ist rein organisch, er ist auch gleichzeitig ein Langzeitdünger (s. unten). Abb. sind Produktbeispiele

Rasendünger: Sie sind in ihrer Nährstoffzusammensetzung auf die Bedürfnisse des Rasens abgestimmt. Es handelt sich i.d.R. um organische, mineralische oder kombinierte Langzeitdünger, die ihre Nährstoffe über längere Zeiträume (je nach Produkt zwischen 3 und 6 Monaten) abgeben. Differenziert werden verschiedene mineralische Rasendünger für Neuanlagen, für bestehende Rasenflächen und Herbstrasendünger, mit oder ohne Unkraut- bzw. Moosvernichter. Abb. sind Produktbeispiele

Bittersalz: Es enthält 16% Magnesium und sollte bei Mangelerscheinungen eingesetzt werden. Magnesium ist ein wichtiger Baustein des Blattgrüns, daher macht sich ein Mangel, der vorwiegend an Nadelgehölzen auftritt, durch Blattverfärbungen bzw. Nadelverfärbungen bemerkbar. Bittersalz kann zur schnelleren Wirkung als Blattdünger in Wasser gelöst gespritzt oder gegossen werden.

Spurenelemente: Ein zu hoher pH-Wert, Bodenverdichtungen und ein Überangebot an Hauptnährstoffen können die Aufnahme von wichtigen Spurenelementen verhindern. Pflanzen-Vital wirkt gegen sichtbaren und verdeckten Mangel an Spurennährstoffen. Das Eisen (Fetrilon) ist wohl das bekannteste Spurenelement. Den typischen Eisenmangel erkennt man an gelben Blättern, wobei die Blattadern allerdings grün bleiben. Fetrilon sorgt für die Behebung der Chlorose und kann gegossen oder gespritzt werden.

Kalk: Kalkstickstoff: Der Kalkanteil darin sorgt dafür, dass der pH-Wert des Bodens stabil bleibt, da er der natürlichen Bodenversauerung entgegenwirkt. Das Cyanamid tötet keimende Unkrautsamen im Boden ab, deshalb wird es gerne zur Grunddüngung für Saatbeete eingesetzt. Kalkstickstoff sollte ca. 14 Tage vor den Einsaat ausgebracht werden, da dann das Cyanamid in Harnstoff umgewandelt ist, und der Pflanze zur Verfügung steht. Algenkalk: Der pH-Wert des Bodens wird durch Algenkalk verbessert, zudem sorgt für eine gute Verfügbarkeit der Nährstoffe. Im Frühjahr wird der Boden schneller erwärmt und das Bodenleben durch den organischen Kalk aktiviert.

Bodenhilfsstoffe: Boden Aktivator: Durch organische Substanzen und Mineralstoffe, wird die Bodenfruchtbarkeit gefördert sowie das Bodenleben aktiviert. Steinmehl: Gemahlenes Gestein, dass Mineralstoffe und Spurenelemente freisetzt und sandige sowie schwere Böden durch Humusbildung verbessert.

Wann und wie viel wird gedüngt, was ist dabei zu beachten ?

Während der Wachstumssphase düngen, d. h. kurz vor Triebbeginn bis zum Sommer. Die letzte Düngung sollte bis Mitte/Ende Juli abgeschlossen sein (mit Langzeitdünger entsprechend der Wirkungsdauer früher), damit der Dünger bis Ende August/Anfang September aufgebraucht ist. Dies ist wichtig, damit die Triebe bis zum Herbst aussreifen und keinen Frostschaden erleiden.

Auf die Dosierung achten, denn viel hilft nicht immer viel. Um eine Überdüngung zu vermeiden, auf die Empfehlung des Herstellers achten. Der Düngerbedarf ist auch immer abhängig von der Witterung, bei stetig warmen Temperaturen benötigen die Pflanzen mehr Nährstoffe als bei kühlen Temperaturen. Zur genauen Bestimmung des Nährstoffbedarfs kann auch eine Bodenanalyse durchgeführt werden (z. B. Gartenakademie Rheinland-Pfalz).

Nicht bei Sonne düngen, es besteht die Gefahr, dass Blätter und Wurzeln verbrennen, besonders bei trockenem Boden. Deshalb am Besten früh morgens oder an bewölkten Tagen und auf feuchten Boden düngen.

Nicht auf trockenen Boden düngen, die Pflanzen verbrennen, der Dünger entzieht ihnen Wasser. Der Boden sollte unbedingt vor dem Düngen ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sein. Die Nährstoffe werden dadurch auch schneller gelöst und stehen somit der Pflanze zur Verfügung.

Frisch gesetzte Pflanzen werden im Frühjar ca. 3 Wochen nach dem Austrieb gedüngt, das gibt ihnen die Möglichkeit, sich im Boden zu verwurzeln. Der Dünger wird oberflächlich auf feuchtem Boden ausgebracht und leicht eingeharkt. Anschließend wird gegossen, um Verbrennungen zu vermeiden.

Fest verwurzelte Pflanzen erhalten im Frühjahr und Anfang/Mitte Juli eine Düngergabe, die ebenfalls auf feuchten Boden ausgebracht und eingearbeitet wird. Anschließend wird gegossen, damit es zu keinen Verbrennungen kommt.